Aussenansicht Brunokirche

Die Architekten Aloys Dietrich und Bernhard Lippsmeier entwarfen die St. Bruno-Kirche. Ein "Zelt Gottes" wollten sie bauen, und dieser Plan ist ihnen gut gelungen.

Der Rundbau steht auf einem verhältnismäßig kleinen Platz, der von drei Straßen u-förmig umschlossen wird. Ein Bau mit einer großen Längsachse, wie sie die alten Soester Kirchen zeigen, war hier nicht möglich. Zudem wollte der Architekt Dietrich nicht mit den großen, bedeutenden mittelalterlichen Gotteshäusern Soests in Wettbewerb treten. So lag es nahe, einen Rundbau zu wählen und wie im Mittelmeer-Raum den Turm vom Baukörper zu trennen und als Campanile - so sagt man in Italien - frei neben die Kirche zu stellen.

Nun könnte man ja behaupten, Rundbauten seien etwas Ungewöhnliches auf dem Gebiet der sakralen Baukunst in Soest und überhaupt in Deutschland. Dies stimmt aber nicht! Gewiss sind Bauten von zentrischer Grundform orientalischen und griechisch-römischen Ursprungs. Das Christentum nahm aber neben der Basilika auch den Zentralaufbau auf, zunächst für Grab- und Taufkapellen, und so kam der Rundbau nach Deutschland. Erinnert sei nur an die achteckige Pfalzkapelle in Aachen, die St. Michaeliskirche in Fulda und an die eigenartige Rundkapelle in Drüggelte (Kreis Soest), die der hl. Grabeskirche in Jerusalem nachgebildet ist.

Die Baumeister legten von Süden nach Norden eine Längsachse durch die Rundkirche. Dadurch entstand im Norden als Ansatzstück der Altarraum und im Süden die Orgelbühne und das Hauptportal.

 

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